Moosbrugger: US-Zölle auf Agrarprodukte schaden beiden Seiten
Dass US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, EU-Importe mit einem Zoll von 20% zu belegen, wird von LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger kritisch bewertet. "Solche Handelseinschränkungen schaden der (Land-)Wirtschaft auf beiden Seiten. Daher fordern wir die EU-Kommission dringend auf, Gespräche mit der US-Regierung zu suchen, um gemeinsame Lösungen zu finden und eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern. Gelingt das nicht, wird Europa wohl selbst nicht umhinkommen, seine Wirtschaft gezielt zu schützen", hebt Moosbrugger hervor. "Der außenpolitische Schwenk der USA ist weder mit den WTO-Prinzipien, noch mit dem bis dato liberalen geopolitischen Ansatz erklär- und vereinbar", so der LKÖ-Präsident.
Zehntwichtigster Exportmarkt für Österreichs Agrarbranche
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das zehntwichtigste Exportland Österreichs im Agrar- und Lebensmittelbereich. Waren im Wert von 272 Mio. Euro gingen laut Statistik Austria zuletzt - von Jänner bis September 2024 - in die USA. Das entspricht 2% aller Ausfuhren im Rahmen der Zollkapitel 1-24, die einen Gesamtwert von 12,65 Mrd. Euro hatten. Der Anteil der Agrarexporte (K1-24) an den Gesamtexporten Österreichs (K01-97) umfasst 8,8%.
"Die Qualitätsstrategie der europäischen Lebensmittel-Erzeugung ist auch auf den internationalen Märkten der Erfolgsfaktor beim Export. Das hat wohl zu besonders hohen prohibitiven Zöllen für die EU beigetragen. Trotzdem ist diese Vorgangsweise nicht nachvollziehbar und für beide Seiten schädlich", warnt der LKÖ-Präsident.
"Die Qualitätsstrategie der europäischen Lebensmittel-Erzeugung ist auch auf den internationalen Märkten der Erfolgsfaktor beim Export. Das hat wohl zu besonders hohen prohibitiven Zöllen für die EU beigetragen. Trotzdem ist diese Vorgangsweise nicht nachvollziehbar und für beide Seiten schädlich", warnt der LKÖ-Präsident.
EU muss Versorgungssicherheit zur Toppriorität erklären
"Diese geopolitischen Entwicklungen verstärken die Unsicherheit auf den globalen Märkten und können sich - ja nach Erzeugnis und Fallkonstellation - preissenkend oder preistreibend auswirken. Die Europäische Union und ihre Institutionen werden gut beraten sein, das Thema Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln, aber auch erneuerbaren Rohstoffen und Energie, vor allem aus eigener Erzeugung, zur Toppriorität zu erklären", betont Moosbrugger. "Darauf aufbauend gilt es, gute Rahmenbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern zu schaffen - von einer finanziell und programmatisch starken Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) über dringend notwendige Vereinfachungen und Entlastungen bis zur ausreichenden Verfügbarkeit mit Betriebsmitteln wie Dünger und Pflanzenschutz", fordert der LKÖ-Präsident.
Nachschärfung der Entlastungsmaßnahmen im Weinsektor gefordert
Im Weinbereich sind die USA nach Deutschland sogar der zweiwichtigste Exportmarkt mit annährend 20 Mio. Euro Exportwert jährlich. "Auch wenn der Schrecken etwas geringer ist, dass Weinexporte in die USA nicht mit den zuvor angekündigten 200% Zoll belegt werden, sind auch 20% für einen ohnehin gesättigten Markt eine erhebliche Herausforderung. Wir fordern die EU-Kommission auf, ihre bisher für den Weinsektor vorgeschlagenen Maßnahmen deutlich nachzubessern", schließt Moosbrugger.