Modulares Holzhochhaus bis 24 Stockwerke

Die Nutzungs- und die Lebensdauer von Gebäuden liegen oft weit auseinander. Das liegt daran, dass ein Neubau in den meisten Fällen günstiger ist als ein Umbau für eine neue Nutzung oder eine Renovierung des Bestandes. Ressourcenschonend ist dieses Vorgehen allerdings nicht. Im Projekt “Mohoho“ hat ein interdisziplinäres Team von Architekten und Holztechnologen der TU Graz gemeinsam mit Kaufmann Bausysteme und KS Ingenieure ein System für ein modulares Holzhochhaus entwickelt, bei dem durch seine flexible Adaptierbarkeit die Nutzungs- und Lebensdauer verlängert werden sollen. Dieses System ist zum Patent angemeldet. Gefördert hat das Projekt die Forschungsförderungsgesellschaft FFG.
Kreislauffähigkeit
Konkret wurde ein Gebäudesystem entwickelt, das eine CO2-reduzierte Alternative zu herkömmlichen Bauweisen im Hochhausbau bietet und möglichst lange für unterschiedliche Zwecke genutzt werden kann. Gelungen ist dies durch die Kombination von Modul- und Skelettbau. Im Modulbau kommen komplett vorgefertigte Raummodule aus Holz zum Einsatz, die neben- und übereinander gestapelt werden. Der Skelettbau bietet ein Tragwerk für freie und damit flexible Grundrisse, die sich durch das Einziehen oder Entfernen von Zwischenwänden adaptieren lassen. Diese kreislauffähigen Skelettmodule bestehen aus einem Brettsperrholzboden und Stützen aus Brettschichtholz. Die vorproduzierten Skelettmodule können durch spezielle Verbindungsknoten schnell und sicher zusammengefügt werden. Der Verbindungsknoten ermöglicht zudem Lastumlagerungen, wodurch der Ausfall einzelner Stützen nicht zum Kollaps des gesamten Gebäudes führt, was die Sicherheit erhöht und die gezielte Reparatur einzelner Module ermöglicht. Zusätzlich sorgt ein im Knoten integriertes Elastomer-Lager für eine hohe Schalldämmung zwischen den Einheiten.
Rechnerisch kann ein Gebäude mit diesem Bausystem bis zu 24 Geschoße hoch sein, wobei ab einer Höhe von mehr als sechs Geschoßen zwingend ein Betonkern notwendig ist, was den Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich erhöht.
Rechnerisch kann ein Gebäude mit diesem Bausystem bis zu 24 Geschoße hoch sein, wobei ab einer Höhe von mehr als sechs Geschoßen zwingend ein Betonkern notwendig ist, was den Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich erhöht.